(Kordel/Newel) Aufgrund von Sicherheitsmängeln ist der beliebte Wanderweg durchs Butzerbachtal zwischen Butzweiler und der Burg Ramstein gesperrt worden. Woran es genau hapert, ist noch nicht bekannt. Ebenso kann niemand sagen, wie es weitergeht. Zwei Wegepaten haben die Misere kommen sehen. Sie sind entsprechend sauer.

Kordel/Newel. Heinrich Wagner und Peter Pesch kennen sich aus. Der eine ist Mitglied bei den Heimatfreunden Butzweiler, der andere bei den Kylltalwanderern Kordel. Gemeinsam kümmern sich beide Vereine und der Heimatverein Kordel seit vielen Jahren um den beliebten und derzeit gesperrten Wanderweg durch das Butzerbachtal unweit der Burg Ramstein bei Kordel. Wagner sagt: "Mir war klar, dass der Weg irgendwann gesperrt wird."

Schon seit Jahren haben er und Pesch die Verbandsgemeinde Trier-Land auf Mängel aufmerksam gemacht. Unter anderen geht es um eine Treppe, die auf Holzbohlen gelagert ist. Dieses Holz sei weggefault. Auch bei den Brücken gebe es Handlungsbedarf. Dort müssten vier Zentimeter dicke Bretter mit einer 16 Zentimeter langen Schraube befestigt werden, da sie sonst im morschen Holz keinen Halt finden.
Und wie war die Reaktion? Auf die Hinweise hat die VG-Verwaltung nach Auskunft der beiden Männer lange Zeit nicht reagiert, die den Pfad wohl besser kennen als alle anderen. Schäden seien teilweise bereits vor sechs Jahren gemeldet worden.

Heinrich Wagner moniert, dass die Verwaltung nicht angemessen auf die Hinweise reagiert hat. Ebenso wie Peter Pesch spricht er zudem von Fehlern, die bereits nach der Fertigstellung des Wegs sichtbar geworden sind. Unter anderem sei ungeeignetes Holz verbaut worden. Da es im Tal eigentlich immer feucht ist - selbst bei den aktuell hohen Temperaturen - habe es schon früh Fäulnisprobleme gegeben.

In seiner heutigen Form hat der Verein Naturpark Südeifel den Weg 2001 hergerichtet (siehe Extra). Insgesamt sind damals rund 180 000 Euro investiert worden. An Wochenenden ist dort gefühlt mehr Betrieb als auf dem Trierer Hauptbahnhof. Eine Zählung gibt es nicht. Wagner berichtet davon, dass er unzählige Male Platz machen muss, wenn er dort gearbeitet hat. Kylltalwanderer Pesch fasst angesichts des aktuellen Zustands des Wegs seine Gefühlslage so zusammen: "Ich bin stinksauer."

Die Verwaltung der Verbandsgemeinde Trier-Land kann derzeit keine Auskunft zu den genauen Schäden am Wanderweg geben. Ein entsprechendes Gutachten soll Anfang kommender Woche vorliegen. Aufgrund der Schadensmeldungen von Wegepaten und Wanderern hatten die Technischen Betriebe Trier-Land einen Gutachter eingeschaltet. Dieser hatte noch vor dem endgültigen Prüfbericht die sofortige Sperrung des Streckenabschnitts empfohlen.

Wie es weitergeht, kann Behördensprecherin Johanna Fox nicht sagen: "Die weitere Vorgehensweise kann erst nach Vorliegen des Gutachtens in einem kurzfristig terminierten Gespräch mit allen Beteiligten erörtert werden."

Unabhängig vom Inhalt des Gutachtens fordert Kordels Ortsbürgermeister Medard Roth, dass der Weg möglichst rasch wieder freigegeben wird. Er sei vollkommen überrascht worden von der Sperrung. "Und das zur Hochsaison." Es müsse schnell etwas geschehen, damit der Weg wieder begehbar ist. Wer für die Instandsetzung zahlt, ist für den Ortsbürgermeister noch nicht ausgemacht. Die Verbandsgemeindeverwaltung Trier-Land sieht das anders. Sprecherin Fox sagt: "Die Kosten für die Unterhaltung des Weges tragen die Ortsgemeinden Newel und Kordel."
h.jansen (at) volksfreund.de

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 2. Juli 2015
Foto: Harald Jansen, Trierischer Volksfreund