Klaus Pauli wurde am 31.07.1925 in Butzweiler geboren und wuchs unter der Obhut seiner vier Schwestern und seiner Eltern Anna und Johann Pauli in der von seinem Vater übernommenen Gastwirtschaft in Butzweiler auf. Die Schulzeit absolvierte er in der Volksschule Butzweiler. Nach der Volksschule erlernte er den Beruf des Tiefbautechnikers beim Städtischen Hochbauamt in Trier und übte diesen Beruf bis Ende 1942 aus.

Seine wohl schwerste Zeit begann als 17-jähriger mit der Einberufung zu den Soldaten im Januar 1943. An Pfingsten 1945 geriet er in amerikanische Gefangenschaft, aus der er im November 1946 entlassen wurde und in sein Heimatdorf Butzweiler zurückkehren konnte.

Er fand zunächst eine Anstellung beim Eichamt Trier als Eichhelfer. Auf Grund dieser Tätigkeit lernte er seine Heimat, die gesamte Eifel-Region, durch die vielen Fahrten zu seinen Kunden erst richtig kennen. Im Mai 1952 heiratete er Katharina Pauli, geb. Funk und übernahm von seinen Eltern die Gastwirtschaft, das Gasthaus "Pauli", (heute Gasthaus "Am Brunnen"). Dann wurden die Töchter Ruth, Ilse und Marion geboren. Fortan legte er großen Wert auf Familie und den Ausbau seiner Existenz. Die Gastätte wurde immer belieber und so lohnte es sich, 1959 einen Saal zu bauen.

Der Saal war bis zum Bau des Bürgerhauses in Butzweiler im Jahre 1995 der einzige große Raum für Feste, Feiern, Tanz und Theaterspiel im Dorf und wurde auch reichlich genutzt.

Zwischenzeitlich engagierte er sich in der "Dorfpolitik". Er war langjähriges Mitglied im Gemeinderat und konnte sein Wissen und sein besonnenes Wesen in vielen Beschlüssen und Beratungen mit einbringen.

Im Januar 1991 trat er seinen wohlverdienten Ruhestand an und wohnte fortan in seinem Haus in der Schustraße in Butzweiler. Im Jahre 1997 starb seine Frau Kathi.

Neben seinem beruflichen Leben, hatte er quasi noch ein "zweites" Leben - die Heimatgeschichte. Bei seinen Forschungen über Butzweiler entwickelte sich neben seinem Interesse für Heimatgeschichte, Geschichte des Christen- und Judentums, die Leidenschaft für Geschichte an sich.

So liebte er es, in alten Dokumenten, Kirchenbüchern usw. zu stöbern. Er verbrachte Stunden im Zentralarchiv in Koblenz sowie im Stadtarchiv Trier, mit langen, ausgiebigen Gesprächen mit Herrn Dr. Nolden.

Man fand ihn in der Wirtschaft entweder beim Bierzapfen, Kartenspielen, oder beim Studium von Urkunden und alten Schriften und er unterhielt sich dann gerne an der Theke mit Interessierten über dieses Thema.

So kam es unweigerlich dazu, etwas für die Erhaltung und Pflege des Brauchtums in Butzweiler zu tun. Im Jahre 1982 war er Mitbegründer des Heimatvereins Butzweiler, in dessen Vorstand er lange Jahre tätig war.

Auf dieser Plattform fing Klaus an, sein Wissen niederzuschreiben und mit Hilfe des Heimatvereins zu veröffentlichen. Zuerst in Aufsätzen, Beiträgen für Festschriften usw. und schließlich in der Chronik von Butzweiler.

1985 - begann er mit der Schrift "Schule gestern und heute" anlässlich der Einweihung der Grundschule Aach-Newel. Hierbei handelt es sich um den Werdegang der Schule in unserem Dorf mit einer Betrachtung der Geschichte unserer Dörfer.

1988 - folgte die Herausgabe der Schrift "Butzweiler und die Juden", anlässlich des 50-jährigen Gedenkens an die auch in Butzweiler durchgeführte Judenvertreibung. Diese Schrift widmete Klaus Puli den Kindern von Butzweiler als Mahnung und um daraus zu lernen.

1993 - erschien schließlich sein Hauptwerk unter dem Titel "Butzweiler und seine Geschichte". Hier konnte er sich verwirklichen, das ist sein Lebenswerk. Dafür hat er unendlich viele Urkunden studiert, Archive in Trier und Koblenz so lange durchstöbert bis er das hatte, was er wollte. Ein wesentlicher Beitrag lieferten ihm die vielen Gespräche mit älteren Bürgern über die alte Zeit. Auch war es nur so möglich, alte Fotos und Texte zu sammeln. Jeder der die Chronik gelesen hat und ihn gekannt hat, wird den feinen, tiefsinnigen Humor erkennen, den nur er so einzigartig sogar in ein Geschichtswerk einbringen konnte.
Putzlöcher und Langmauer sind Geschichtsdenkmäler vor Ort, die ohne seine Forschung und ohne seinen persönlichen Einsatz nicht den Bekanntheitsgrad erreicht hätten, den sie heute innehaben. Wer das Glück hatte, eine Führung in den Pützlöchern mit ihm zu erleben, wird dies in bleibender Erinnerung behalten. Die römischen Steinhauer und Mineraliensucher standen einem fast greifbar vor Augen. So konnte er Geschichte lebendig erzählen, besonders für Kinder

1989 - verfasste er zusammen mit E.P. Gotthard die Broschüre "Butzweiler - Putzlöcher - Kirche - Langmauer".

2002 - wirkte er mit seinen Aufsätzen über die Burg Ramstein, die Langmauer und Wegekreuze zuletzt bei der Broschüre "Butzweiler und seine Umgbung" maßgeblich mit.

2005 - erschien der Artikel "Verschollen in Napoleons Armee" in Heft 4, Jahrgang 50, 2004 - Grundlage war ein Feldpostbrief des Soldaten Mathias Erdel aus Butzweiler und handelt von seinen ahnungsvollen Befürchtungen vor dem nahenden Krieg im Jahr 1812.

Der letzte Artikel von ihm erschien 2006 - "Butzweiler unter der Knute von Ramstein - Der Streit um den Langhalm" in dem er die im 16. Jahrhundert lange Jahre andauernden Grenzstreitigkeiten zwischen dem Burgherrn von Ramstein und den Gemeinden Kordel und Butzweiler erläuterte, sowie den gerichtlichen Streit um das Recht der Butzweilerer Bauern für ihr Vieh, das Gras an Wegrändern, im Wald und auf abgeernteten Feldern (Langhalm) zu nutzen. Hierzu hatte er über zwei Jahre die handschriftlichen Prozessschriften aus den Jahren 1570 bis 1572 entziffert und studiert.

Leider konnte er seine letzten veröffentlichten Artikel in den Landeskundlichen Vierteljahresblättern nicht mehr selbst lesen.

Der Druck erfolgte nach seinem Tod.

Von einer ganz anderen Leidenschaft von Klaus war bisher noch nicht die Rede: von der Mundart oder wie er sich lieber ausdrückte: vom "Platt". Das war seine Sprache. Mit ihr konnte er sich ausdrücken.

Besonders gerne tauschte er sich mit Kindern, möglichst auf Butzweiler Platt über das Dorf und die Geschichte oder über das Leben aus. Zu diesem Zweck wurde er des öfteren von der Grundschule Butzweiler eingeladen, um Kindern und Jugendlichen sein geschichtliches Wissen auf seine eigene Art zu vermitteln.

Für uns unvergessen wird Klaus in seinen Mundartvorträgen bleiben. Er wollte eigentlich nie im Vordergrund stehen, liebte es aber, seine Vorträge zum Besten zu geben. Hier konnte er seinen manchmal deftigen Humor so richtig ausleben und zum Ausdruck bringen.

Er wurde gerne zu Mundartvorträgen eingeladen. So war er viel unterwegs und hat mit seinen Vorträgen auch außerhalb von Butzweiler sehr viel Freude verbreitet.

Bei den vom Heimatverein Butzweiler durchgeführten Mundartabenden war er immer die Hauptperson, ohne dass er dies wirklich wollte. Es hat sich immer durch seinen Vortrag so ergeben.

Am 4. Dezember 2004 verstarb Klaus Pauli.

Wir vermissen ihn, seine Person, seine Stimme, seine Geschichten, seinen Humor, seinen Rat, seine Hilfe aber auch sein Lachen.

(verfasst von unserem Vorsitzenden Nikolaus Lieser)